Hinterlüftete Fassade: Aufbau und Unterkonstruktion

· Riwega Swiss GmbH

Eine hinterlüftete Fassade besteht aus Untergrund, Wärmedämmung, belüfteter Luftschicht und Bekleidung. Getragen wird sie von einer Unterkonstruktion aus Wandstützen und Tragprofilen. Dieser Ratgeber erklärt die einzelnen Schichten, die Aufgabe von Fest- und Gleitpunkten und die gängigen Befestigungsarten.

Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade besteht von innen nach aussen aus vier Schichten: dem tragenden Untergrund, der Wärmedämmung, einer durchlüfteten Luftschicht und der äusseren Bekleidung. Getragen wird der Aufbau von einer Unterkonstruktion aus Wandstützen und Tragprofilen, die die Bekleidung vom Baukörper absetzt und deren Eigengewicht sowie Windsog- und Druckkräfte in die tragende Wand einleitet. Die Riwega Swiss GmbH in Möhlin liefert diese Unterkonstruktion als abgestimmtes System aus SPIDI Wandstützen und CONPRO-F Tragprofilen.

Aus welchen Schichten besteht eine hinterlüftete Fassade?

Die erste Schicht ist der Untergrund, in der Regel Beton oder Mauerwerk, der sämtliche Lasten der Fassade aufnimmt. Darauf folgt die Wärmedämmung, die im SPIDI Fassadensystem mechanisch befestigt wird, damit sich die Platten nicht ablösen können; Dämmstoffhalter gibt es für Dicken von 40 bis 220 mm. Zwischen Dämmung und Bekleidung liegt die Hinterlüftungsebene, ein durchgehender Luftraum mit einem freien Querschnitt von nach Systemvorgabe mindestens 200 cm² pro Meter; die Zu- und Abluftöffnungen benötigen mindestens 50 cm² pro Meter. Den äusseren Abschluss bildet die Bekleidung, die Witterung, Schlagregen und UV-Strahlung von der Konstruktion fernhält.

Der Unterschied zu einer verputzten Aussendämmung liegt genau in dieser Luftschicht: Witterungsschutz und Wärmedämmung sind konstruktiv getrennt. Feuchtigkeit aus dem Gebäudeinneren wird durch die ständige Luftbewegung abgeführt, sofern die Dämmstärke so bemessen ist, dass der Taupunkt im äusseren Drittel der Wärmedämmung liegt. Der Hinterlüftungsraum wirkt zugleich als Druckausgleichsraum: Wasser, das durch offene Fugen eindringt, läuft an der Rückseite der Bekleidung ab und erreicht die Dämmung nicht.

Welche Aufgabe übernimmt die Unterkonstruktion?

Die Unterkonstruktion überträgt drei Lastarten in den Baukörper: das Eigengewicht der Bekleidung, Windsog- und Winddruckkräfte sowie die Spannungen aus den Temperaturänderungen der Materialien. Zusammen mit Untergrund und Gebäudehöhe bilden sie die Basis der statischen Dimensionierung, die objektbezogen nach der Schweizer Normenpraxis mit den SIA-Tragwerksnormen erfolgt.

Das System besteht aus zwei Ebenen. Die SPIDI max Wandstützen werden gemäss statischer Berechnung mit zugelassenen Dübeln oder Metallankern im Untergrund verankert; dazwischen liegt die SPIDI Beilage aus Edelstahl. Auf den Stützen sitzen die Tragprofile, etwa die CONPRO-F Fassadenprofile mit den Querschnitten L, T, Z, UZ und HUT. Wandabstände von 65 bis rund 900 mm sind möglich, und die Klemmfeder gleicht Bautoleranzen stufenlos bis etwa 40 mm aus. Das SPIDI Fassadensystem ist nach EN 1090-1 zertifiziert.

Warum braucht eine Fassade Fest- und Gleitpunkte?

Aluminiumprofile dehnen sich bei Erwärmung aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Würde jede Wandstütze starr mit dem Tragprofil verbunden, entstünden Zwängungen, die sich als Verformung oder Schaden in der Bekleidung zeigen. Deshalb wird pro Tragprofil ein Festpunkt definiert: Er übernimmt anteilig das Fassadengewicht und trägt zusätzlich Windkräfte ab. Alle übrigen Befestigungen sind Gleitpunkte, die ebenfalls Windkräfte aufnehmen, die Längenänderung des Profils aber zulassen.

Gelöst wird das über die Lochbilder: Am Festpunkt werden Wandstütze und Tragprofil in zwei Rundlöchern vernietet oder verschraubt, am Gleitpunkt in Langlöchern mit Gleitnieten inklusive Trennlage. Der Festpunkt liegt üblicherweise in der Profilmitte, davon ausgehend folgen in jede Richtung zwei bis drei Gleitpunkte; die Tragprofile werden je nach Vorgabe geschossweise in 3 m Länge verlegt. Weil bei der SPIDI max ALU jede Wandstütze beide Funktionen übernimmt, entfällt die doppelte Bevorratung am Gerüst.

Wie wird die Wärmebrücke an der Befestigung reduziert?

Jede Wandstütze durchdringt die Dämmebene und bildet damit eine punktuelle Wärmebrücke. Im SPIDI Fassadensystem verringert ein vormontierter Thermostop von 6 mm diesen Effekt, indem er die Konsole thermisch vom Baukörper entkoppelt. Die Stützen sind in Längen von 40 bis 900 mm erhältlich, sodass sich auch hohe Dämmdicken für energieeffiziente Neubauten und Sanierungen ausführen lassen; durch die Kombination unterschiedlich langer Stützen werden zudem schräge Fassaden sowie Vor- und Rücksprünge im Bestand ausgeglichen. Mehr dazu auf der Seite Fassadenbefestigung mit SPIDI.

Wie wird die Bekleidung auf der Unterkonstruktion befestigt?

Sichtbar befestigt wird die Bekleidung genietet oder geschraubt, mit Blindnieten und Fassadenschrauben, die farblich auf die Platte abgestimmt sind. Möglich ist das auf einlagiger Unterkonstruktion mit T- oder L-Profil ebenso wie auf zweilagiger Unterkonstruktion mit L-Profil, Windsperrfolie und Hutprofil oder auf einer Holzlattung mit EPDM-Dichtband.

Verdeckte Befestigungen kommen ohne sichtbare Befestiger aus. Beim Agraffensystem wird die Platte über rückseitig montierte Agraffen in ein Agraffenprofil eingehängt, sodass sich auch grossformatige Platten sicher absetzen lassen. Daneben stehen Edelstahlklammern für Feinsteinzeug und Naturstein, die Bolzenbefestigung für Kassetten sowie das Verkleben zur Verfügung; die CONPRO-F Profile sind zur Verklebung geeignet und geprüft. Wichtig ist dabei die Bündigkeit von Profil- und Plattenstoss: Das Bekleidungsmaterial darf keinesfalls übergreifend über einen Profilstoss montiert werden.

Welche Bekleidungsarten lassen sich einsetzen?

Das SPIDI Fassadensystem ist für alle gängigen Bekleidungsarten und für alle Gebäudehöhen ausgelegt: Aluminium-Verbundplatten, Faserzement, Glasfaserbeton, HPL-Platten, Putzträgerplatten sowie Keramik, Feinsteinzeug und Naturstein. Riwega Swiss führt unter Fassadenbekleidung unter anderem Verbundplatten der Linie ALUCOBEST, HPL-Platten wie Max Compact Exterior und TREMAX-S, Echtholzoberflächen von Parklex Prodema sowie Faserzementtafeln von James Hardie.

Werkstoff, Format und Plattendicke bestimmen die Fassadenteilung, die Befestigungsart und damit den Aufbau der Unterkonstruktion. In der Praxis wird deshalb zuerst die Fassadenteilung festgelegt und die Unterkonstruktion darauf abgestimmt.

Riwega Swiss unterstützt Architekten, Planer und Fassadenbaubetriebe bei der Auswahl von Wandstütze, Tragprofil und Befestigungsart und führt bei Bedarf eine Begehung vor Ort durch. Eine Beratung oder Offerte können Sie jederzeit anfordern; die statische Bemessung erfolgt objektbezogen gemeinsam mit Ihrer Fachplanung.

Häufige Fragen

Wie gross muss der Hinterlüftungsspalt einer Fassade sein?

Der Luftraum zwischen Wärmedämmung und Bekleidung muss nach den Vorgaben des SPIDI Fassadensystems einen freien Querschnitt von mindestens 200 cm² pro Meter aufweisen; die Zu- und Abluftöffnungen benötigen mindestens 50 cm² pro Meter. Massgebend sind im Einzelfall die bauphysikalische Bemessung und die Vorgaben des Bekleidungsherstellers.

Was ist der Unterschied zwischen Festpunkt und Gleitpunkt?

Der Festpunkt verbindet Wandstütze und Tragprofil über Rundlöcher und übernimmt anteilig das Fassadengewicht sowie Windsog- und Druckkräfte. Der Gleitpunkt wird über Langlöcher ausgeführt, nimmt ebenfalls die Windkräfte auf und lässt zugleich die temperaturbedingte Längenänderung des Profils zu. Pro Tragprofil liegt in der Regel ein Festpunkt in der Profilmitte.

Wozu dient der Thermostop an der Wandstütze?

Der Thermostop ist eine 6 mm starke, vormontierte Zwischenlage zwischen Wandstütze und Untergrund. Sie entkoppelt die Konsole thermisch vom Baukörper und verringert den punktuellen Wärmeabfluss über die Befestigung. Zusammen mit Stützenlängen von 40 bis 900 mm lassen sich damit auch hohe Dämmdicken energetisch sinnvoll ausführen.

Welche Befestigungsarten gibt es für die Fassadenbekleidung?

Sichtbar wird die Bekleidung genietet oder geschraubt; verdeckt wird sie über Agraffen eingehängt, mit Edelstahlklammern gehalten, über Bolzen befestigt oder auf das Tragprofil geklebt. Welche Variante möglich ist, hängt vom Plattenwerkstoff, von der Plattendicke und vom Aufbau der Unterkonstruktion ab. Die CONPRO-F Profile sind zur Verklebung geeignet und geprüft.

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