Was muss nach der Montage dokumentiert sein?

· Riwega Swiss GmbH

Nach der Montage gehören ein Montage- und Befestigungsprotokoll, Angaben zu Untergrund und Befestigungsmitteln, ein Lageplan der Anschlagpunkte sowie die Herstellerunterlagen zur Anlage. Dieser Ratgeber zeigt, was die Dokumentation enthalten muss und wie die jährliche Prüfung nachgewiesen wird.

Die Riwega Swiss GmbH in Möhlin montiert Absturzsicherungen in der ganzen Schweiz und schliesst jede Montage mit einer Anlagendokumentation ab. Denn nach der Montage muss nachvollziehbar sein, was montiert wurde, wo es sitzt, worauf es befestigt ist und wer es eingebaut hat. Dazu gehören ein Montage- und Befestigungsprotokoll, Angaben zu Untergrund und Befestigungsmitteln, ein Lageplan der Anschlagpunkte, die Herstellerunterlagen mit Bedienungsanleitung sowie der Nachweis der wiederkehrenden Prüfung durch eine sachkundige Person.

Warum ist die Dokumentation so wichtig wie die Montage selbst?

Die Dokumentation ist der einzige dauerhafte Nachweis darüber, wie eine Anschlageinrichtung eingebaut wurde – denn nach der Montage verschwindet genau der Teil aus dem Blickfeld, auf den es ankommt: die Verankerung im Untergrund unter Abdichtung, Dämmung oder Bekleidung.

Wer Jahre später das Dach betritt, sieht nur die Öse. Ob darunter die richtigen Anker im tragfähigen Beton stecken oder ob die Fussplatte lediglich in die Dämmung geschraubt wurde, zeigt kein Blick von aussen. Für die spätere Prüfung, für die Übergabe an die Bauherrschaft und für jeden Handwerksbetrieb, der sich einhängen soll, ist die Dokumentation deshalb die Entscheidungsgrundlage. Ihre Aufbewahrung gehört zur Verantwortung des Gebäudeeigentümers – dazu mehr im Ratgeber Wer ist für die Absturzsicherung verantwortlich?

Was gehört in das Montage- und Befestigungsprotokoll?

Das Montage- und Befestigungsprotokoll hält fest, welches Produkt in welcher Ausführung, in welcher Stückzahl, an welchem Datum und durch welchen Betrieb montiert wurde – und bestätigt, dass die Montage nach der gültigen Herstelleranleitung erfolgt ist.

Dazu kommen die technischen Angaben, die das System eindeutig identifizieren: Produktbezeichnung und Artikelnummer, Baujahr beziehungsweise Seriennummer, die Prüfnorm mit Typ – etwa EN 795:2012 Typ A oder Typ C – und, wenn mehrere Personen gleichzeitig gesichert werden dürfen, die Prüfung nach CEN/TS 16415 mit der zugelassenen Personenzahl. Was die einzelnen Typen unterscheidet, erklärt der Ratgeber EN 795 Typ A bis E. Ergänzt wird das Protokoll durch Fotos der geöffneten Befestigungsstelle vor dem Verschliessen, des eingebauten Bauteils und der fertigen Eindichtung – oft die einzige Möglichkeit, den verdeckten Aufbau später zu belegen.

Warum sind Untergrund und Befestigungsmittel entscheidend?

Die Tragfähigkeit einer Anschlageinrichtung entsteht nicht im Anschlagpunkt, sondern im Untergrund – deshalb müssen Art und Zustand des Untergrunds sowie die tatsächlich verwendeten Befestigungsmittel festgehalten sein.

Der SafeGuard AP 2 zum Beispiel verlangt Beton mindestens der Klasse C20/25 (B25) mit mindestens 120 mm Stärke und wird mit zwei Bolzenankern M12 beziehungsweise M10 befestigt; die Variante mit 16 mm Stützendurchmesser lässt sich zusätzlich mit vier Holzbauschrauben 8,0 × 100 mm auf tragfähigen Holzkonstruktionen nach DIN 1052 montieren. Ins Protokoll gehören deshalb Untergrundart, festgestellte Festigkeit oder Querschnitt, Anker- beziehungsweise Schraubentyp mit Durchmesser und Länge, Setztiefe und allfällige Ausziehversuche. Bei auflastgehaltenen Systemen nach Typ E treten an diese Stelle die Angaben zu Ballast, Dachneigung und Randabstand; wurde die Dachhaut durchdrungen, gehört das Abdichtungsdetail dazu.

Was zeigt der Lageplan der Anschlagpunkte?

Der Lageplan trägt alle Anschlagpunkte, Seil- und Schienenstrecken massstäblich und durchnummeriert in einen Dachplan ein und zeigt zusätzlich den Zustieg, die gesicherten Wege sowie die Bereiche, die bewusst nicht gesichert und deshalb nicht zu betreten sind.

Er ist das Bindeglied zwischen Planung und Benutzung. Die sachkundige Person prüft anhand des Plans, ob alle Punkte vorhanden und kontrolliert sind; der Handwerksbetrieb erkennt vor dem Betreten, wo er sich einhängen kann und welche Strecke ohne Umhängen begehbar ist; und im Ereignisfall weiss die zweite Person, wo die Rettung ansetzt. Wie die Punkte überhaupt festgelegt werden, beschreibt der Ratgeber Wie viele Anschlagpunkte braucht ein Dach?

Welche Herstellerunterlagen und Kennzeichnungen gehören dazu?

Zur Anlage gehören die Montageanleitung, die Bedienungs- beziehungsweise Verwendungsanleitung, das Datenblatt, die Konformitätsunterlagen des Herstellers sowie die Angaben zu Prüfintervallen und Ersatzteilen – alles in der Sprachfassung, welche die Anwender verstehen.

Am Objekt selbst übernimmt das Typenschild diese Rolle im Kleinformat. Bei einem SafeGuard Line Seilsystem wird pro Set Control ein Safecheck-Typenschild gesetzt, das die Montagefirma, das Montagejahr und die jährliche Kontrolle festhält, die Prüfung nach EN 795:2012 C/E und UNI 11578:2015 ausweist und darauf hinweist, im Auffangsystem einen Bandfalldämpfer mit maximal 6 kN zu verwenden und vor der Benutzung die Verwendungsanleitung zu lesen. Montageanleitungen und Datenblätter der SafeGuard Systeme stehen unter Downloads bereit.

Wie wird die wiederkehrende Prüfung nachgewiesen?

Permanente Anschlageinrichtungen sind in der Regel jährlich durch eine sachkundige Person zu prüfen; nachgewiesen wird das mit einem Prüfbericht, der Datum, Ergebnis, festgestellte Mängel, veranlasste Massnahmen sowie Name und Qualifikation der prüfenden Person enthält, und mit dem aktualisierten Typenschild.

Der Prüfbericht wird der bestehenden Anlagendokumentation angefügt, damit die Geschichte der Anlage lückenlos bleibt – von der Montage über jede Kontrolle bis zu Reparaturen und ausgetauschten Komponenten. Bewährt haben sich digitale Lösungen: Bei SafeGuard Systemen wird die Montage von Beginn an auf safeguard-doku.ch erfasst, sodass Eigentümer, Verwaltung und Prüfbetrieb jederzeit auf denselben Stand zugreifen. Wie Intervalle, Sachkunde und Prüfumfang im Detail aussehen, zeigt der Ratgeber Anschlagpunkte prüfen.

Den Rahmen geben in der Schweiz die Bauarbeitenverordnung (BauAV) und die Publikationen der Suva vor, unter anderem das Merkblatt «Arbeiten auf Dächern». Die Riwega Swiss GmbH dokumentiert jede Montage vollständig, übergibt die Unterlagen bei der Abnahme und übernimmt auf Wunsch die wiederkehrende Prüfung. Fehlen bei einer bestehenden Anlage die Unterlagen, beurteilen wir den Zustand bei einer Begehung vor Ort und bauen die Dokumentation neu auf – vereinbaren Sie dazu eine Beratung.

Häufige Fragen

Wer erhält die Montagedokumentation nach dem Einbau?

Die Unterlagen gehen an die Bauherrschaft beziehungsweise an den Gebäudeeigentümer, der sie aufbewahrt und bei Bedarf der Verwaltung, dem Facility Management und den ausführenden Handwerksbetrieben zugänglich macht. Der Montagebetrieb behält eine Kopie. Bei SafeGuard Systemen liegt die Dokumentation zusätzlich digital auf safeguard-doku.ch bereit.

Was tun, wenn für eine bestehende Anlage keine Dokumentation vorhanden ist?

Ohne Unterlagen lässt sich die verdeckte Befestigung nicht beurteilen, und eine sachkundige Person kann das System nicht ohne Weiteres freigeben. Üblich ist dann eine Begehung mit Bestandsaufnahme: Produkte identifizieren, Befestigungen soweit möglich offenlegen oder mit Ausziehversuchen beurteilen und die Dokumentation neu aufbauen. Bis zur Klärung sollte das System nicht benutzt werden.

Muss der Lageplan auch am Gebäude verfügbar sein?

Ein bestimmter Ort ist nicht vorgeschrieben, bewährt hat sich aber ein wetterfester Aushang beim Dachzustieg, ergänzend zum Typenschild am Systemzugang. So sieht jede Person vor dem Betreten des Dachs, wo die Anschlagpunkte liegen, welche Wege gesichert sind und ob die letzte Prüfung noch gültig ist.

Wie wird die jährliche Prüfung dokumentiert?

Die sachkundige Person erstellt einen Prüfbericht mit Datum, Prüfergebnis, festgestellten Mängeln, veranlassten Massnahmen sowie Name und Qualifikation; der Bericht wird der Anlagendokumentation angefügt. Zusätzlich wird das Typenschild am Systemzugang aktualisiert, damit vor Ort erkennbar ist, wann die nächste Prüfung fällig ist.

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  • Teammitglied der Riwega Swiss GmbH
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